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Bericht von Nathalie, Optikerin von atHome

Bericht von Nathalie, Optikerin von atHome, die einen ihrer Kunden besucht, der seit November 2019 in der Onkologieabteilung des Universitätsspitals in Lausanne (CHUV) liegt. An diesem Tag wurde Nathalie im Rahmen des «Nationalen Zukunftstags» von ihrem Sohn Esteban begleitet.

«Ich gehe mit meinem Sohn diesen langen Korridor im Krankenhaus entlang. Ich bin ein wenig besorgt, dass etwas schief geht. Ich hoffe aufrichtig, dass es meinem Kunden gut genug geht, um diesen Sehtest zu machen. Zudem hoffe ich, dass sein Zustand meinem Kind, das an diesem Tag dabei ist, keine Angst macht. Seine Frau hat mir die Erlaubnis gegeben, dass mein Sohn mich begleiten darf. Ich frage mich immer noch, warum Esteban überhaupt mitkommen wollte. Ein wenig Zeit mit Mama verbringen? Oder nur, um nicht zur Schule zu müssen? Wird er sich wohl langweilen?

Während mir diese Gedanken durch den Kopf gehen, fällt mir auf, dass sich mein Sohn der Situation angepasst hat und mir beim Tragen der Ausrüstung hilft. Darüber freue ich mich.

Wir betreten das Zimmer und sehen diese Familie (eine Frau, ihre Tochter und ihr Schwiegersohn, die extra aus dem Ausland gekommen sind) am Bett ihres schwerkranken Vaters (wieder einmal Krebs ...). Wir werden direkt umhüllt von der ganzen Liebe der Familie des Mannes und dem Wohlwollen, mit dem sie uns begrüssen. Ich unternehme die notwendigen Schritte, um die Ausrüstung im richtigen Abstand zu platzieren, damit ich mit der Untersuchung beginnen kann. Mein Grosser hilft mir beim Messen. Ich muss beim Richten der Testbrille auf der Nase meines Kunden sehr vorsichtig sein. Er ist sehr abgemagert und seine Haut ist so dünn, dass er schnell blaue Flecken bekommt. Wir schaffen es, ihn so zu positionieren, dass die Schläuche und andere wichtige Verbindungen nicht behindert werden.

Während ich mit dem Test beginne, beobachte ich meinen Sohn. Er ist aufmerksam und interessiert sich für die Szene, die sich abspielt, ich bin sehr stolz auf ihn. Und ich dachte noch, er würde sich langweilen!

Schliesslich wählen wir eine Fassung und erleben gemeinsam einen einfachen, warmherzigen und fast normalen Moment in diesem Krankenzimmer. Ich habe für jeden Geschmack etwas dabei und jeder hat seine eigene Meinung, wenn es darum geht, DIE Fassung zu finden, die den technischen und ästhetischen Kriterien entspricht und optimalen Komfort verspricht.

Wir verlassen den Ort mit einem Gefühl der Dankbarkeit. Ich finde, dass das Ausüben unter diesen Bedingungen meiner Arbeit einen Mehrwert verleiht. Ich schätze mich sehr glücklich, denn die Begegnung, die ich gemacht habe, hat mich ungemein bereichert. Die Stärke einer Familie, die vereint gegen die Krankheit kämpft.

Wir sind auf dem Weg nach Hause und ich nutze die Gelegenheit, um Esteban zu sagen, wie stolz und glücklich ich bin, diesen Tag mit ihm geteilt zu haben. Er schaut mich mit seinen schönen blauen Augen an und sagt: «Mami, ich bin stolz auf Dich». »

 

Ein Wort, ein Blick genügt, um die Seele beben zu lassen. George Sand.