Diabetes und Augenkomplikationen

Diabetes und Augenkomplikationen
Diabetes und Augenkomplikationen
Diabetes und Augenkomplikationen
Gesundheit August 2015
complications du diabète

Der Patient leistet einen wichtigen Beitrag

Diabetiker sind besonders gefährdet, Augenkomplikationen zu entwickeln, die zu einer irreversiblen Sehverminderung führen. Eine Bestandesaufnahme mit Dr. André Dosso, Leitender Arzt an der Universitätsaugenklinik Genf.

Diabetesbedingte Augenkomplikationen sind derart häufig, dass sie in Europa eine der Hauptursachen für eine Beeinträchtigung des Sehvermögens sind. So schätzt man, dass in der Schweiz etwa 7% aller Diabetespatienten sehgeschädigt sind. Dabei ist diese Entwicklung kein unvermeidliches Schicksal: Eine sorgfältige Blutzucker- und Blutdruckkontrolle sowie regelmässige augenärztliche Untersuchungen reichen aus, um diese Komplikationen einzuschränken.

 

Wie kann sich Diabetes auf das Sehvermögen auswirken? 

Bei einem Diabetespatienten hängt die Abnahme des Sehvermögens mit einer Schädigung der Netzhaut zusammen, die aus Nervenzellen besteht und das Auge innen auskleidet. Sie lässt sich mit dem Film in einem Fotoapparat vergleichen: Sie hält das gesehene Bild fest und übermittelt es über den Sehnerv an das Gehirn. Dafür bedarf sie grosser Mengen an Sauerstoff und Energie, die ihr über die kleinen Gefässe zugeführt werden, von denen sie durchzogen ist. Bei Diabetikern ist die Netzhaut jedoch einem zu hohen Glukose-(Blutzucker)Spiegel ausgesetzt. Dies schädigt nicht nur die Gefässe, sondern auch die Nervenzellen der Netzhaut, die nach und nach absterben und verschwinden. Die Gefässe werden durchlässig und/oder verstopfen.

Welche Untersuchungen sind zur Diagnosestellung erforderlich?

Eine einfache Augenhintergrund-Untersuchung erlaubt es, mögliche Schäden an der Netzhaut aufzuspüren. Im Frühstadium erkennt man kleine rote Punkte, bei denen es sich um Mikroblutungen in der Netzhaut oder um kleine Gefässerweiterungen handelt. In diesem Stadium ist die Sicht noch gut. Wenn sich die Situation jedoch verschlechtert, kommt es zu Verstopfungen zahlreicher Netzhautgefässe, was zu einem Sauerstoffmangel in der Netzhaut und schliesslich zu Gefässneubil-dungen führt. Diese neuen Gefässe sind jedoch sehr empfindlich und reissen leicht, so dass es zu Blutungen im Auge kommt. Dies bezeichnet man als proliferative Retinopathie, die zu einer enormen Beeinträchtigung des Sehvermögens führen kann. Doch die häufigste Schädigung ist die des Zentrums der Netzhaut, der so genannten Makula, die von entscheidender Bedeutung für das Lesen sowie für die Kontrast- und Farbwahrnehmung ist. Bei Diabetes kann sich die Makula mit Flüssigkeit voll saugen und verdicken, was zu einer Sehverminderung führt. Dies hängt damit zusammen, dass die Netzhautgefässe durchlässig geworden sind und durch ihre Wände seröse und flüssige Blutbestandteile sickern.

Wie wird die Retinopathie behandelt?

Es gibt drei wesentliche Grundpfeiler: Prävention, Diagnostik und, falls notwendig, Therapie. Die Prävention umfasst eine gute Blutzucker-, aber auch Blutdruckkontrolle. Diese zwei Vorsichtsmassnahmen vermindern das Risiko für eine Beeinträchtigung des Sehvermögens bereits drastisch.

 

diabetes

Welche Probleme ergeben sich für die Diagnostik?

Das grosse Problem dieser Erkrankung ist, dass sie nicht schmerzhaft ist und unbemerkt bleibt. Wenn der Patient eine Beeinträchtigung des Sehvermögens bemerkt, sind die Läsionen bereits weit fortgeschritten. Deshalb ist die Früherkennung so wichtig. Sobald die Diagnose Diabetes gestellt wird, sollte ein Augenarzt aufgesucht werden. Wenn der Patient anfangs keine Schädigung zeigt, reicht eine Kontrolle alle zwei Jahre völlig aus. Sobald eine Schädigung vorliegt, wird eine Kontrolle alle sechs Monate empfohlen. Allerdings muss man sagen, dass es den Patienten schwer fällt, diesen Rhythmus einzuhalten, weil sie nichts bemerken. In Ländern, in denen Diabetiker medizinisch gut versorgt sind, liegt die Erblindungsrate bei 1,5%, sie steigt allerdings auf 10% in Ländern, in denen die Patienten nur unzureichend betreut werden. Der Patient selbst leistet also einen wichtigen Beitrag.

Gibt es Risikofaktoren?

Da ist zum einen die Dauer der Diabeteserkrankung (je länger sie besteht, umso grösser ist die Gefährdung), zum anderen hohe Blutzuckerwerte (je schlechter die Blutzuckerkontrolle, umso höher liegt das Risiko von Augenkomplikationen). Bei gleichzeitigem Bestehen von Bluthochdruck muss dieser ebenfalls sorgfältig behandelt werden.

Kommt es vor, dass Diabetes infolge einer Augenuntersuchung entdeckt wird?

Das ist zwar selten, aber kommt vor, da auch Diabetes lange Zeit umbemerkt bleiben kann.

Wie sieht es mit einer Behandlung aus?

Derzeit gibt es keine medikamentöse Therapie, weder für die Retinopathie noch für die Makulopathie. Die einzige derzeit mögliche Behandlung ist das Lasern. In diesem Fall werden in vier oder fünf Sitzungen 2000 bis 2500 Laserherde gesetzt, um eine Rückbildung der neuen Gefässe zu erreichen. Durch Verbrennung eines Grossteils der Netzhaut wird der Sauerstoffverbrauch reduziert, so dass das Netzhautzentrum besser mit Sauerstoff versorgt wird. Bei der diabetischen Makulopathie sind 50 bis 100 Laserherde notwendig, um die Lecks in den Netzhautgefässen zu behandeln. Diese beiden Eingriffe halten zwar das Fortschreiten der Erkrankung auf, doch die bereits bestehenden Schäden sind leider irreversibel.

complications du diabète

Der Patient leistet einen wichtigen Beitrag

Diabetiker sind besonders gefährdet, Augenkomplikationen zu entwickeln, die zu einer irreversiblen Sehverminderung führen. Eine Bestandesaufnahme mit Dr. André Dosso, Leitender Arzt an der Universitätsaugenklinik Genf.

Diabetesbedingte Augenkomplikationen sind derart häufig, dass sie in Europa eine der Hauptursachen für eine Beeinträchtigung des Sehvermögens sind. So schätzt man, dass in der Schweiz etwa 7% aller Diabetespatienten sehgeschädigt sind. 

 

Dabei ist diese Entwicklung kein unvermeidliches Schicksal: Eine sorgfältige Blutzucker- und Blutdruckkontrolle sowie regelmässige augenärztliche Untersuchungen reichen aus, um diese Komplikationen einzuschränken.

Wie kann sich Diabetes auf das Sehvermögen auswirken? 

Bei einem Diabetespatienten hängt die Abnahme des Sehvermögens mit einer Schädigung der Netzhaut zusammen, die aus Nervenzellen besteht und das Auge innen auskleidet. Sie lässt sich mit dem Film in einem Fotoapparat vergleichen: Sie hält das gesehene Bild fest und übermittelt es über den Sehnerv an das Gehirn. Dafür bedarf sie grosser Mengen an Sauerstoff und Energie, die ihr über die kleinen Gefässe zugeführt werden, von denen sie durchzogen ist. Bei Diabetikern ist die Netzhaut jedoch einem zu hohen Glukose-(Blutzucker)Spiegel ausgesetzt. Dies schädigt nicht nur die Gefässe, sondern auch die Nervenzellen der Netzhaut, die nach und nach absterben und verschwinden. Die Gefässe werden durchlässig und/oder verstopfen.

Welche Untersuchungen sind zur Diagnosestellung erforderlich?

Eine einfache Augenhintergrund-Untersuchung erlaubt es, mögliche Schäden an der Netzhaut aufzuspüren. Im Frühstadium erkennt man kleine rote Punkte, bei denen es sich um Mikroblutungen in der Netzhaut oder um kleine Gefässerweiterungen handelt. In diesem Stadium ist die Sicht noch gut. Wenn sich die Situation jedoch verschlechtert, kommt es zu Verstopfungen zahlreicher Netzhautgefässe, was zu einem Sauerstoffmangel in der Netzhaut und schliesslich zu Gefässneubil-dungen führt. Diese neuen Gefässe sind jedoch sehr empfindlich und reissen leicht, so dass es zu Blutungen im Auge kommt. Dies bezeichnet man als proliferative Retinopathie, die zu einer enormen Beeinträchtigung des Sehvermögens führen kann. Doch die häufigste Schädigung ist die des Zentrums der Netzhaut, der so genannten Makula, die von entscheidender Bedeutung für das Lesen sowie für die Kontrast- und Farbwahrnehmung ist. Bei Diabetes kann sich die Makula mit Flüssigkeit voll saugen und verdicken, was zu einer Sehverminderung führt. Dies hängt damit zusammen, dass die Netzhautgefässe durchlässig geworden sind und durch ihre Wände seröse und flüssige Blutbestandteile sickern.

Wie wird die Retinopathie behandelt?

Es gibt drei wesentliche Grundpfeiler: Prävention, Diagnostik und, falls notwendig, Therapie. Die Prävention umfasst eine gute Blutzucker-, aber auch Blutdruckkontrolle. Diese zwei Vorsichtsmassnahmen vermindern das Risiko für eine Beeinträchtigung des Sehvermögens bereits drastisch.

 

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Welche Probleme ergeben sich für die Diagnostik?

Das grosse Problem dieser Erkrankung ist, dass sie nicht schmerzhaft ist und unbemerkt bleibt. Wenn der Patient eine Beeinträchtigung des Sehvermögens bemerkt, sind die Läsionen bereits weit fortgeschritten. Deshalb ist die Früherkennung so wichtig. Sobald die Diagnose Diabetes gestellt wird, sollte ein Augenarzt aufgesucht werden. Wenn der Patient anfangs keine Schädigung zeigt, reicht eine Kontrolle alle zwei Jahre völlig aus. 

 

 

Sobald eine Schädigung vorliegt, wird eine Kontrolle alle sechs Monate empfohlen. Allerdings muss man sagen, dass es den Patienten schwer fällt, diesen Rhythmus einzuhalten, weil sie nichts bemerken. In Ländern, in denen Diabetiker medizinisch gut versorgt sind, liegt die Erblindungsrate bei 1,5%, sie steigt allerdings auf 10% in Ländern, in denen die Patienten nur unzureichend betreut werden. Der Patient selbst leistet also einen wichtigen Beitrag.

Gibt es Risikofaktoren?

Da ist zum einen die Dauer der Diabeteserkrankung (je länger sie besteht, umso grösser ist die Gefährdung), zum anderen hohe Blutzuckerwerte (je schlechter die Blutzuckerkontrolle, umso höher liegt das Risiko von Augenkomplikationen). Bei gleichzeitigem Bestehen von Bluthochdruck muss dieser ebenfalls sorgfältig behandelt werden.

Kommt es vor, dass Diabetes infolge einer Augenuntersuchung entdeckt wird?

Das ist zwar selten, aber kommt vor, da auch Diabetes lange Zeit umbemerkt bleiben kann.

Wie sieht es mit einer Behandlung aus?

Derzeit gibt es keine medikamentöse Therapie, weder für die Retinopathie noch für die Makulopathie. Die einzige derzeit mögliche Behandlung ist das Lasern. In diesem Fall werden in vier oder fünf Sitzungen 2000 bis 2500 Laserherde gesetzt, um eine Rückbildung der neuen Gefässe zu erreichen. Durch Verbrennung eines Grossteils der Netzhaut wird der Sauerstoffverbrauch reduziert, so dass das Netzhautzentrum besser mit Sauerstoff versorgt wird. Bei der diabetischen Makulopathie sind 50 bis 100 Laserherde notwendig, um die Lecks in den Netzhautgefässen zu behandeln. Diese beiden Eingriffe halten zwar das Fortschreiten der Erkrankung auf, doch die bereits bestehenden Schäden sind leider irreversibel.

complications du diabète

Der Patient leistet einen wichtigen Beitrag

Diabetiker sind besonders gefährdet, Augenkomplikationen zu entwickeln, die zu einer irreversiblen Sehverminderung führen. Eine Bestandesaufnahme mit Dr. André Dosso, Leitender Arzt an der Universitätsaugenklinik Genf.

Diabetesbedingte Augenkomplikationen sind derart häufig, dass sie in Europa eine der Hauptursachen für eine Beeinträchtigung des Sehvermögens sind. So schätzt man, dass in der Schweiz etwa 7% aller Diabetespatienten sehgeschädigt sind. Dabei ist diese Entwicklung kein unvermeidliches Schicksal: Eine sorgfältige Blutzucker- und Blutdruckkontrolle sowie regelmässige augenärztliche Untersuchungen reichen aus, um diese Komplikationen einzuschränken.

Wie kann sich Diabetes auf das Sehvermögen auswirken? 

Bei einem Diabetespatienten hängt die Abnahme des Sehvermögens mit einer Schädigung der Netzhaut zusammen, die aus Nervenzellen besteht und das Auge innen auskleidet. Sie lässt sich mit dem Film in einem Fotoapparat vergleichen: Sie hält das gesehene Bild fest und übermittelt es über den Sehnerv an das Gehirn. Dafür bedarf sie grosser Mengen an Sauerstoff und Energie, die ihr über die kleinen Gefässe zugeführt werden, von denen sie durchzogen ist. Bei Diabetikern ist die Netzhaut jedoch einem zu hohen Glukose-(Blutzucker)Spiegel ausgesetzt. Dies schädigt nicht nur die Gefässe, sondern auch die Nervenzellen der Netzhaut, die nach und nach absterben und verschwinden. Die Gefässe werden durchlässig und/oder verstopfen.

Welche Untersuchungen sind zur Diagnosestellung erforderlich?

Eine einfache Augenhintergrund-Untersuchung erlaubt es, mögliche Schäden an der Netzhaut aufzuspüren. Im Frühstadium erkennt man kleine rote Punkte, bei denen es sich um Mikroblutungen in der Netzhaut oder um kleine Gefässerweiterungen handelt. In diesem Stadium ist die Sicht noch gut. Wenn sich die Situation jedoch verschlechtert, kommt es zu Verstopfungen zahlreicher Netzhautgefässe, was zu einem Sauerstoffmangel in der Netzhaut und schliesslich zu Gefässneubil-dungen führt. Diese neuen Gefässe sind jedoch sehr empfindlich und reissen leicht, so dass es zu Blutungen im Auge kommt. Dies bezeichnet man als proliferative Retinopathie, die zu einer enormen Beeinträchtigung des Sehvermögens führen kann. Doch die häufigste Schädigung ist die des Zentrums der Netzhaut, der so genannten Makula, die von entscheidender Bedeutung für das Lesen sowie für die Kontrast- und Farbwahrnehmung ist. Bei Diabetes kann sich die Makula mit Flüssigkeit voll saugen und verdicken, was zu einer Sehverminderung führt. Dies hängt damit zusammen, dass die Netzhautgefässe durchlässig geworden sind und durch ihre Wände seröse und flüssige Blutbestandteile sickern.

Wie wird die Retinopathie behandelt?

Es gibt drei wesentliche Grundpfeiler: Prävention, Diagnostik und, falls notwendig, Therapie. Die Prävention umfasst eine gute Blutzucker-, aber auch Blutdruckkontrolle. Diese zwei Vorsichtsmassnahmen vermindern das Risiko für eine Beeinträchtigung des Sehvermögens bereits drastisch.

Welche Probleme ergeben sich für die Diagnostik?

Das grosse Problem dieser Erkrankung ist, dass sie nicht schmerzhaft ist und unbemerkt bleibt. Wenn der Patient eine Beeinträchtigung des Sehvermögens bemerkt, sind die Läsionen bereits weit fortgeschritten. Deshalb ist die Früherkennung so wichtig. Sobald die Diagnose Diabetes gestellt wird, sollte ein Augenarzt aufgesucht werden. Wenn der Patient anfangs keine Schädigung zeigt, reicht eine Kontrolle alle zwei Jahre völlig aus. Sobald eine Schädigung vorliegt, wird eine Kontrolle alle sechs Monate empfohlen. Allerdings muss man sagen, dass es den Patienten schwer fällt, diesen Rhythmus einzuhalten, weil sie nichts bemerken. In Ländern, in denen Diabetiker medizinisch gut versorgt sind, liegt die Erblindungsrate bei 1,5%, sie steigt allerdings auf 10% in Ländern, in denen die Patienten nur unzureichend betreut werden. Der Patient selbst leistet also einen wichtigen Beitrag.

Gibt es Risikofaktoren?

Da ist zum einen die Dauer der Diabeteserkrankung (je länger sie besteht, umso grösser ist die Gefährdung), zum anderen hohe Blutzuckerwerte (je schlechter die Blutzuckerkontrolle, umso höher liegt das Risiko von Augenkomplikationen). Bei gleichzeitigem Bestehen von Bluthochdruck muss dieser ebenfalls sorgfältig behandelt werden.

Kommt es vor, dass Diabetes infolge einer Augenuntersuchung entdeckt wird?

Das ist zwar selten, aber kommt vor, da auch Diabetes lange Zeit umbemerkt bleiben kann.

Wie sieht es mit einer Behandlung aus?

Derzeit gibt es keine medikamentöse Therapie, weder für die Retinopathie noch für die Makulopathie. Die einzige derzeit mögliche Behandlung ist das Lasern. In diesem Fall werden in vier oder fünf Sitzungen 2000 bis 2500 Laserherde gesetzt, um eine Rückbildung der neuen Gefässe zu erreichen. Durch Verbrennung eines Grossteils der Netzhaut wird der Sauerstoffverbrauch reduziert, so dass das Netzhautzentrum besser mit Sauerstoff versorgt wird. Bei der diabetischen Makulopathie sind 50 bis 100 Laserherde notwendig, um die Lecks in den Netzhautgefässen zu behandeln. Diese beiden Eingriffe halten zwar das Fortschreiten der Erkrankung auf, doch die bereits bestehenden Schäden sind leider irreversibel.

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